Riester Rente eignet sich nicht immer

Geschrieben von Anett B. am 23. November 2011

Die Riester Rente stand lange unter Beschuss der Öffentlichkeit, konnte sich zwischenzeitlich erholen und wurde stark beworben. Aufgrund der zahlreichen Änderungen in den Verträgen, die ab dem Jahr 2012 eingeführt werden, wäre es jetzt wieder an der Zeit, die Riester Rente als einzig wahre Altersvorsorge in den Himmel zu heben. Doch weit gefehlt.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, kurz DIW, hat eine Studie in Auftrag gegeben, die die Riester Rente nicht nur als positives Beispiel für die Altersvorsorge darstellt. Bisher ist die Studie noch nicht veröffentlicht worden, allerdings gibt es bereits erste Berichte aus Expertenkreisen.

In der Studie kommt die staatlich geförderte Altersvorsorge recht schlecht weg. Die Renditen bei der Riester Rente seien kaum ansehnlich, man könne sein Geld auch unters Kopfkissen stecken, so heißt es. Vernünftige Renditen lassen sich mit der Riester Rente nur dann erzielen, wenn ein besonders hohes Lebensalter erreicht wird, andernfalls geht das Geld verloren. Außerdem müsste die Verzinsung berücksichtigt werden, die immer weiter gesunken ist. Würden die Versicherungsgesellschaften dann auch noch die Überschussbeteiligungen streichen, weil sie selbst wirtschaftlich nicht mehr so gut da stehen, würde eine angemessene Rendite nur bei noch höherem Lebensalter erreicht werden können.

Riester Rente kann aber dennoch sinnvoll sein

Der Bund der Versicherten, kurz BdV, erklärt aber, dass man nicht pauschal von der Riester Rente abraten könne. Ebenso wenig, wie sie pauschal für Jedermann geeignet sei, könne pauschal gesagt werden, dass sie für niemanden mehr in Frage komme. Allerdings gab der BdV auch zu bedenken, dass die Entwicklung der Tarife in den vergangenen zehn Jahren zu wünschen übrig ließe.

Alleine die Garantieverzinsung habe sich immer weiter verschlechtert. Startete man im Jahr 2000 noch mit einem Garantiezins von vier Prozent, waren es 2001 nur noch 3,25 Prozent. Derzeit befinden wir uns auf einem Level von 2,25 Prozent.

Ab dem 01.01.2012 sinkt der Garantiezins noch weiter, nämlich auf 1,75 Prozent und es kommen auch noch die Unisex-Tarife hinzu. Sie wirken sich insbesondere für Männer aus, da diese jetzt höhere Beiträge für die Riester Rente zahlen müssen.

Altersvorsorge ist nötig

Trotz aller Negativbeispiele aus der aktuellen Studie sollten Verbraucher die Augen vor dem wichtigen Thema der Altersvorsorge nicht verschließen. Sie sollten sich aber intensiv beraten lassen, um den für sich passenden Tarif zu entdecken. Unterschiede in der Rentenauszahlung können bis zu 50 Euro und mehr betragen, und zwar monatlich. Das alles wird nur durch die richtige Tarifwahl vermieden.

Ebenfalls sei es von immenser Bedeutung, dass die staatlichen Zulagen auch abgerufen würden. Für das Jahr 2008 seien insgesamt 1,3 Milliarden Euro gar nicht abgerufen worden. In diesem Jahr können die Riester-Versicherten noch einen Dauerzulagenantrag stellen, und zwar rückwirkend bis 2009. Danach ist zumindest die 2009er Zulage verloren.


Kategorie / Thema: Allgemein, Nachrichten, News, Riester Rente
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